Schneefelder im Sommer martin weiss Montag, 2. Mai 2016 No Comment

Das Begehen von hart gefrorenen Schneefeldern im Sommer kann sehr gefährlich werden. Die meisten Wanderer und „Bergtouristen" unterschätzen dabei die Rutschgeschwindigkeit, die sehr schnell dem freien Fall gleicht.

Praktisch jedes Jahr muss
über schwere Unfälle im Alpenraum berichtet werden, bei denen Personen durch un-kontrolliertes Abrutschen auf Schneefeldern schwer verletzt oder getötet wurden. In den meisten Fällen wurde die Gefahr wohl erkannt, jedoch von den Betrof-fenen unterschätzt oder falsch ein-geschätzt.
Einschlägige Empfehlungen von Experten über das richtige Verhalten im Anlassfall kommen selten zur Anwendung oder sind dem betroffenen Personenkreis zumeist nicht bekannt.
Zwei Unfälle am Hochifen im Kleinwalsertal, die sich innerhalb weniger Tage in unmittelbarer Nähe, jedoch in exponiert sehr unterschiedlicher Lage ereignet haben, sollen die speziellen Ge-fahren von Schneefeldern erneut aufzeigen. Eine Gefahr, mit der vorwiegend der klassische „Wanderer und Bergsteiger" und auch nicht zuletzt der Sommertourist in den Alpenregionen bis weit in die Sommermonate hinein konfrontiert werden kann beschriftungen vorarlberg
UNFALL 1:
Am 23.05.2009 wanderte ein im Kleinwalsertal im Urlaub befind-licher 15-jähriger deutscher Schiller in Begleitung seines Vaters an der Nordseite auf den Hochifen (2230 m). Nach einer Gipfelrast stiegen sie auf dem markierten Wanderweg über das markante Gipfelplateau in Richtung Süden ab. Beim Übergang vom Plateau in einen steilen und teils mit Seilen gesicherten Abschnitt lag in einer ca. 40 Grad steilen Mulde ein zu dieser Jahreszeit typisches Schneefeld, das nicht umgangen werden konnte und ein Rückzug ins Tal über den Anmarschweg hätte einen sehr großen Zeitauf-wand in Anspruch genommen. Als der Schüler seinem Vater folgend das Schneefeld queren wollte, rutschte er nach wenigen Metern aus, glitt ca. 15 Meter auf dem Schnee ab und stürzte folglich ca. 80 Meter über felsdurchsetztes Steilgelände. Beim Absturz über-schlug er sich mehrmals. Trotz allem hatte der Schüler großes Glück und erlitt lediglich Prel-lungen am ganzen Körper sowie eine Gehirnerschütterung. Seine Rettung aus dem Steilgelände wurde von einem Rettungshub-schrauber mittels Bergetau vorgenommen.
Anmerkung:
Der Betroffene war unterwegs mit
° festen Bergschuhen mit guter Profilsohle
° ohne Wanderstöcke
° hatte keine Erfahrung mit so genanntem „sommerharten" Schneefeldern
°      hatte keine Erkenntnisse bezüglich rich-tigem Verhalten im Anlassfall
° war typischer Sommerurlauber
UNFALL 2:
Zwei erfahrene Bergfreunde aus dem Württembergischen Raum im Alter von 57 und 48 Jahren stiegen auf der Südseite über das Ifen-hochplateau auf den Hochifen auf und beabsichtigten, an der Nordseite auf dem Wanderweg nach Hirschegg abzusteigen. Beim Einstieg vom Plateau in die Nordseite kamen sie zu einem ca. 45 Grad steilen und in diesem Bereich ca. 10 Meter breiten und 120 Meter langen Schneefeld. Der erfahrene 57-Jährige erachtete die Querung des Schneefeldes als zu gefährlich und beschloss, entlang des Schneefeldes über einen steilen, nicht einsehbaren und teils felsdurchsetzten Geländerücken bis zum Fuß des Schneefeldes abzusteigen. Der Empfehlung seines Partners, wieder über Anmarsch-
weg umzukehren, begegnete der Führende mit den Worten: „Das geht schon, da kommen wir schon runter". Um keine Steine auf seinen Partner loszutreten, wartete der 48-Jährige im oberen Bereich ab, während sein Partner im sehr steilen und teils grasdurchsetzten Gelände unter Missachtung des großen Risikos abstieg. Ausgerüstet war er mit leichten Bergschuhen mit flexibler Profilsohle. Der oben wartende Partner verlor nach wenigen Metern Blickkontakt zum Vorsteigenden und sah dann nach mehreren Minuten, wie sein Partner mit erheblicher Geschwindigkeit am Fuß des Schneefeldes mit dem Kopf talwärts auf dem Schnee abrutschte und gegen Steine im darunter befindlichen Schotterkar prallte. Der 48-Jährige rutschte daraufhin auf dem Schneefeld auf allen Vieren rückwärts zu seinem Partner ab und setzte einen Notruf ab. Aufgrund der schweren Kopfverletzungen dürfte der Abgestürzte auf der Stelle tot gewesen sein Taxi Jenbach
ERKENNTNIS:
Der Betroffene erkannte die Gefahr des Abrutschens auf dem Schneefeld und wählte aus diesem Grund einen äußerst riskanten Abstieg über ein mit Fels und Gras durchsetztes Steilgelände. Offenbar war ihm nicht bewusst, dass er trotz der gefährlichen Ausweichroute über das Steilgelände im unteren Bereich dem Schneefeld nicht ausweichen konnte. Der Betroffene ist offenbar unmittelbar
nach dem Betreten
Schneefelder zählen zu den unterschätzten Gefahrenstellen in unseren Bergen. Jedes Jahr werden zahlreiche Unfälle registriert - Schwerverletzte und Tote inkludiert - die sich beim Begehen von hart gefrorenem Sommerschnee ereignen. Und vielfach wird die Gefährlichkeit der Schneereste aus dem vorangegangenen Winters gar nicht erkannt. Denn 35 Grad Steilheit - wir kennen es vom Skifahren - sind nicht wirklich der Rede wert. Doch die Physik ist gnadenlos. Rutscht man auf festem Altschnee einmal aus, erreicht man bereits nach wenigen Metern eine Geschwindigkeit, die nahe an die des freien Falls herankommt.
Aber was tun, wenn in einer schattigen Rinne Lawinenreste lagern und den Weg versperren? Wie kommt man sicher auf die andere Seite und wie kann man sich vor der drohenden Gefahr schützen? Als Experte würde man es sich zu leicht machen, jedem Wanderer die Mitnahme von Pickel und Steigeisen empfehlen. Denn Pickel und Steigeisen zählen definitiv nicht zur Standardausrüstung im Mittelgebirge- und welcher Wanderer beherrscht auch den Umgang mit diesen Spezialgeräten? Selbst die Forderung nach steifen Schuhsohlen erscheint überzogen. Vielleicht wenigen Dutzend Schritten auf Schnee stehen Zehntausende Schritte gegenüber, die vom Schuh gute Abrolleigenschaften und Gehkomfort einfordern. In hochalpinen Regionen sieht das Schuhwerk natürlich anders aus. Dort oben sind hohe Schäfte und steife Profilgummisohlen angesagt.
Für den Umgang mit Schneefeldern gibt gewisse Regeln, die es im zu beherzigen gilt. Bei Beachtung dieser Regeln kann es gelingen das Risiko maßgeblich zu reduzieren und dem Alptraumszenario eines Absturzes präventiv zu begegnen: 

by Jillur Rahman

Jillur Rahman is a Web designers. He enjoys to make blogger templates. He always try to make modern and 3D looking Templates. You can by his templates from Themeforest.

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